Lange Zeit war Beatenberg eine arme Gegend, welche fast ausschliesslich landwirtschaftlich genutzt wurde. Die Situation änderte
sich erst, als Pfarrer Rudolf Emanuel Krähenbühl (1855 bis 1885 in Beatenberg tätig) aus seinem Pfarrhaus
eine Pension für reiche und berühmte Erholungsbedürftige machte und die Schönheit und das gesunde Klima
von Beatenberg anpries.
Er setzte sich für eine befahrbare Strasse nach Interlaken ein, welche 1863 fertig gestellt wurde. Daraufhin folgte ein rascher
Aufschwung und eine geradezu rasante Entwicklung Beatenbergs zu einem renommierten Kurort von internationaler Bedeutung.
Prächtige Hotels entstanden, eine Spazierprommenade wurde errichtet, die Beatushöhlen mit ihren bizarren
Tropfsteingebilden wurden den Gästen zugänglich gemacht.
Vor allem die Häuser aus der Zeit der Jahrhundertwende zeigten den
Wohlstand der Besitzer mit einer aufwendig gestalteten reichen Holzzier,
dem damals beliebten Laubsägelistil. Ein aussergewöhnlich schönes
und weitgehend original erhaltenes Beispiel ist dieses Kunst- und Kulurlädeli,
welches 1902 erbaut wurde und mit seinen liebevoll gestalteten Verzierungen
an Balkonen und der Fassade ein sehr eindrückliches Beispiel dieser
Blütezeit Beatenbergs ist.
Die Zeit des Glanzes fand mit dem ersten Weltkrieg ein jähes Ende. Die Liegenschaft wechselte die Besitzer und wurde
in der Folge als Schuhmacherei, Laden für alles sowie als Sanitärgeschäft benutzt.
Erst Ende der fünfziger Jahre erlebte Beatenberg einen neuen Aufschwung, nachdem eine Sesselbahn auf das Niederhorn
gebaut worden war und regelmässige Postauto-Kurse eingerichtet wurden. Es folgten Skilifte, ein Hallenbad und viele
Ferienhäuser entstanden.
Beatenberg wurde zum idealen Ferien- und Kurort, besonders geeignet für
Menschen, welche die gesunde Höhenluft, die Sonne, die Ruhe und die
wunderschöne Bergwelt schätzen.
Mit der Bibelschule sowie dem buddhistischen Zentrum zieht Beatenberg zudem
auch viele gläubige und spirituelle Menschen an, sodann lassen sich
immer mehr AutorInnen, KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen in Beatenberg
nieder. Und so befindet sich heute das Kunstlädeli mit dem Atelier
der Schauspielerin und Kunstmalerin Doro Schwarz in dem schönen alten
Haus. Das Gebäude ist jetzt unter Denkmalschutz gestellt worden.